Judge Dread - Dreadmanis - It`s all in the mind LP

Radiation Records
16109
In den Korb
  • Beschreibung

Judge Dread war der erste weiße Musiker, der einen Reggae-Hit in Jamaika hatte, und der erste weiße Musiker beim britischen Label Trojan Records. Um die Verkaufszahlen in Jamaika zu fördern, wurde die Single Big Six ohne Foto veröffentlicht, da man keinem Weißen Reggae zutraute. Seine derben Texte zeichneten sich oft durch einen extrem freizügigen, häufig auch ironischen Umgang mit der Sexualität aus.

In seiner Jugend zog er in einen Stadtteil von Brixton um, in dem die ersten schwarzen Einwanderer in seiner Nachbarschaft lebten und wo er seine Liebe zu karibischen Klängen entdeckte. Dort gab es Rude boys – schwarze Jugendliche, die sich meist in Gangs zusammengeschlossen hatten und mit „ihrer“ Musik Ska und Reggae auch weiße Jugendliche in ihren Bann zogen, so auch ihn. Diesen Einfluss reflektierte er später in seinem Song von 1976 Bring Back The Skins (Reprise). Die in den 1960er-Jahren wachsende Skinhead-Bewegung in den britischen Großstädten adaptierte den Musik-Kult, und mit der Zeit wurde Judge Dread eine der bekanntesten und abstrusesten Figuren der Skinhead-Szene.

Mit 15 Jahren beendete er die Schule, seine erste Anstellung hatte er in einer Fabrik, in der Cricket-Schläger hergestellt wurden. Danach arbeitete er auch als Hotelangestellter in einem Beach-Hotel, wo er die Krokodile fütterte und pflegte. Mit 22 Jahren arbeitete er als Catcher unter dem Namen „The Masked Executioner“, später als Schuldeneintreiber für Trojan und schließlich in den späten 1960er Jahren als Band-Roadie, Türsteher und Rausschmeißer im Londoner Club „The Brixton's Ram Jam Club“. Er fungierte dort auch als persönlicher Leibwächter für Prince Buster, den Maharadscha von Jaipur, Desmond Dekker, Derrick Morgan, Coxsone Dodd, Duke Reid und auch für die Rolling Stones. Er arbeitete als DJ und Toaster und trat als Sänger ohne feste Band auf. Außerdem arbeitete Hughes als DJ in einer lokalen Radiostation und machte sein eigenes Programm. Er zog mit seiner mobilen Disko durch die Dörfer und Kleinstädte der englischen Grafschaft Kent. Prunkstück seiner Disco war eine große Sammlung von Reggae-Platten.

Es war Prinz Buster, der den Anstoß für die Metamorphose Hughes in einen "Reggae & Ska"-Interpreten gab und ihm die Türen zum Trojan Label öffnete. Hughes gab sich darauf den Namen „Judge Dread“ (ein Titel von Prince Buster) und honorierte damit die Hilfe von „Prince Buster“ beim Einstieg in das Musikgeschäft.

Er beobachtete „Prinz Buster“ bei seiner Studioarbeit und kam so auf die Idee, über der Rhythmus von The Typhoon all Stars „Verne & Son's“(Maytones) 1971 – "Little Boy Blue" ((GG Records GG4523 B) ein Sublabel von Trojan)) seine komischen Reime zu schreiben und nannte diesen Titel „Big Six“. Dieser wurde sein erster und bekanntester Song, der es 1972 bis auf Platz 11 der britischen Charts schaffte.

Die Songs Big Seven bis Big Ten sollten folgen. Alben waren z. B. das Debüt Dreadmania und The Last of the Skinheads. 1980 schaffte es ein Remake von Big Six auch in die deutsche Hitparade. In den 1990ern folgte eine Neuaufnahme von Big Seven zusammen mit dem deutschen Dancehall-Sänger Dr. Ring-Ding, welche große Beachtung in der deutschen Reggae-Szene fand.

Mit der Zweideutigkeit seiner Song-Texte übertraf er die üblichen sexuellen Anspielungen seiner schwarzen DJ- und Toaster-Kollegen bei weitem. Die Texte zeichneten sich durch überaus konkrete, schmutzige, schlüpfrige und pornografische Ausdrucksweise aus. Das versperrte ihm zeitlebens den Zugang zu den englischen Medien. Vom britischen Funk und Fernsehen (BBC) wurde er zum Sittlichkeitsverbrecher Nr. 1 erklärt. Um die Jugend nicht zu verderben und sie vor dieser Musik zu schützen, durften alle seine Lieder nicht öffentlich gesendet werden. Um das zu umgehen, wechselte er seinen Künstlernamen und das Plattenlabel mehrfach, doch nichts half. Das Guinness-Buch der Rekorde führt Judge Dread als den Künstler mit den meisten von der BBC gesperrten Songs aller Zeiten. Aber gerade die offen sexistischen Texte, meist vorgetragen mit humorvoller britischer Selbstironie, waren bei seinen Fans Kult und sicherten ihm einen festen Platz in der weltweiten Reggae-Szene, auch heute noch. Trotz der Verbote veröffentlicht „Judge Dread“ mehr "Reggae & Ska"-Hits in UK als jeder andere Künstler, einschließlich Bob Marley.

Er war mit Robert "Doc" Cox (* 1. Juli 1946 in Sheffield, Yorkshire) Künstlername Ivor Biggun befreundet, schrieb für ihn Songtexte und nahm mit ihm den Titel "Bonkola" auf, das Album "Handling Swollen Goods" erschien jedoch erst 2005.

1975 ging Trojan pleite und Judge Dread kaufte seine eigenen Plattenrechte auf.

Er war auch der erste Künstler, der schon 1973 eine Benefiz-Platte für die Hungernden Äthiopiens aufnahm (Molly (Trojan TR.7905)), 12 Jahre vor Band Aid. Dafür wurde er zum Ehrenbürger von Äthiopien ernannt.

Dread schrieb regelmäßig in „Disc“, einer der führenden englischen Musikzeitschriften, Kolumnen über Reggae-Musik.

Judge Dread starb nach einem Konzert im Penny Theatre, Canterbury, im Alter von 52 Jahren an einem Herzanfall.

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